Schriftgröße:
kleiner normal groesser
merken
Web kpunkt



Blickfangpunkt Netiquette - E-Mails

01 In eine E-Mail gehört (unverschlüsselt) nur, was auch auf eine Postkarte darf!
Das Versenden von E-Mails ist mit heutiger soft- und hardwaremäßiger Technik nicht absolut hundertprozentig
sicher. Schreiben Sie deshalb nichts in eine E-Mail, das Sie nicht auch auf eine Postkarte schreiben würden, oder
greifen Sie auch gängige Verschlüsselungssysteme (z.B. PGP) zurück.

02 Respektieren Sie Copyrights Anderer!
In fast allen Ländern gibt es genau definierende Urhebergesetze.

03 Bei Weiterleitungen Wortlaut nicht ändern!
Ändern Sie bei Weiterleitung oder nochmaligem Senden einer E-Mail nicht den Wortlaut.

04 Veröffentlichen Sie eine private E-Mail nur dann, wenn der Absender dem zustimmt.

05 Achten Sie bei Kürzungen des Textes darauf, den Wortsinn nicht zu ändern.

06 Verschicken Sie nie Kettenbriefe!
Verschicken Sie nie Kettenbriefe per E-Mail. Kettenbriefe sind im Internet verboten, da sie den Datenverkehr
enorm behindern können. Informieren Sie Ihren Systemadministrator, falls Sie Kettenbriefe erhalten.

07 Konservativ schreiben, liberal lesen!
Eine bewährte Verhaltensregel: Seien Sie konservativ beim Versenden von E-Mails, liberal beim Empfangen.
Sie sollten keine überhitzten E-Mails versenden (sogenannte »Flames«), auch nicht, wenn sie provoziert wurden.
Andererseits sollten Sie nicht überrascht sein, wenn Sie Flames erhalten und es ist klug, auf Flames nicht zu
antworten.

08 Zuerst alle E-Mails lesen, dann schreiben!
Generell ist es eine gute Idee, vor dem Beantworten einer E-Mail zuerst alle ankommenden E-Mails durchzusehen.
Manchmal möchten sich Personen für zuvor gesendete E-Mails (die z.B. fälschlicherweise an Sie gerichtet waren
oder mehr oder weniger unüberlegt geschrieben wurden) bei Ihnen wieder entschuldigen.

09 Fügen Sie Ihren E-Mails eine Signatur an!
Machen Sie es dem Empfänger leichter: Zwar setzen alle E-Mail-Programme Ihre Absenderadresse automatisch
in den Nachrichtenkopf jeder abgesendeten E-Mail, jedoch sollten Sie am Fußende Ihrer E-Mails Informationen
über sich integrieren (mindestens Name, Wohnort, E-Mail- und evt. WWW-Adresse). Dies wird von vielen
E-Mail-Programmen automatisch vorgenommen; diese Dateien nennen sich »Signaturen«, sollten 4 Zeilen nicht
überschreiten und ersetzen im E-Mail-Verkehr die Visitenkarte.

10 Achten Sie beim Antworten auf die Antwortadressen!
Seien Sie vorsichtig beim Adressieren einer E-Mail. Manche Adressen sind für eine Gruppe von mehreren
Personen eingerichtet, obwohl Sie den Anschein erwecken könnte, nur für eine Person zu sein.

11 Bei fortschreitenden E-Mail-Diskussionen auf die Empfänger achten!
Achten Sie auf die Weiterleitungsoptionen (»CC«) bei E-Mail-Diskussionen. Senden Sie E-Mails nicht weiter an
mehrere Personen gleichzeitig, wenn sich die E-Mail-Diskussion zu einer Zwei-Mann-Konversation gewandelt hat.

12 Stellen Sie einfache Fragen nicht gleich an den Bundeskanzler!
Generell haben Personen, die das Internet nutzen, wenig Zeit, Fragen über das Internet und seine Arbeitsweisen
zu beantworten. Schicken Sie deshalb keine ungeforderten E-Mails an Personen, deren Namen Sie in RFC oder
Mailinglisten gefunden haben.

13 Beachten Sie bei weit entfernten Empfängern die Zeitzonen!
Vergessen Sie nicht, daß Ihre E-Mail-Empfänger rund um den Globus wohnen können. Wenn Sie eine E-Mail mit der
Bitte um schnelle Antwort versenden, kann es möglich sein, daß diese E-Mail den Empfänger erreicht, während
dieser noch schläft. Geben Sie ihm daher die Chance, aufzuwachen, zu seiner Arbeitsstelle zu kommen und
sich in das Internet einzuloggen, bevor Sie annehmen, daß die E-Mail nicht angekommen ist oder der Empfänger
nicht darauf antwortet.

14 Lange E-Mails im Subject ankündigen!
Überraschen Sie E-Mail-Empfänger nicht mit unaufgeforderten, überlangen E-Mails. Es ist eine freundliche Geste,
bei überlangen E-Mails das Wort »LONG« in die Betreffzeile aufzunehmen, damit der Empfänger erkennt, daß es
einige Zeit in Anspruch nehmen könnte, Ihre E-Mail durchzulesen und zu beantworten. Eine E-Mail gilt ab etwa
100 Zeilen Inhalt als überlang.

15 Überlegen Sie, wen Sie bei Fragen kontaktieren sollen!
Überlegen Sie, wenn Sie für eine Hilfestellung kontaktieren. Möglicherweise gibt es jemanden in Ihrem Bekannten-
kreis, der Ihnen bei Software- oder Systemproblemen helfen kann. Sie sollten wissen, wen Sie kontaktieren können,
falls Sie irgendetwas Fragwürdiges oder Verbotenes per E-Mail erhalten. Die meisten Web-Seiten haben auch einen
»Postmaster«, an den Sie entsprechende E-Mails richten können.

16 Vorsicht mit Sarkasmus!
Rufen Sie sich immer ins Gedächtnis, daß ein Empfänger Ihrer E-Mail ein Mensch ist, der möglicherweise andere
Vorstellungen über Kultur, Sprache und Humor hat. Insbesondere Datumsformate, Maßeinheiten und Rede-
wendungen sind sprachlich oft schwer übersetzbar. Seien Sie besonders vorsichtig mit Sarkasmus.

17 Nutzen Sie Groß- und Kleinschreibung!
REINE GROSS-SCHREIBUNG WIRKT SO, ALS OB SIE SCHREIEN WÜRDEN, konsequente kleinschreibung zeugt
von bequemlichkeit. Benutzen Sie Symbole für Betonungen! Wenn Sie etwas betonen möchten, sollten Sie die
entsprechenden Satzteile in Sternchen setzen (»Das *ist*, was ich meine«). Nutzen Sie Unterstriche davor und
dahinter, um etwas zu unterstreichen (»_Krieg und Frieden_ ist mein Lieblingsbuch«).

18 Zeigen Sie Ihre Stimmungen!
Benutzen Sie EmotIcons, um Ihren Tonfall zu zeigen, aber benutzen Sie sie sparsam. Nehmen Sie aber nicht an,
daß das Vorkommen eines EmotIcons automatisch den Empfänger Ihrer E-Mail glücklich stimmt oder einen
beleidigenden Kommentar vom Tisch wischt. Ebenfalls unpassend sind Emoticons meistens in geschäftlicher Post.

19 Antworten Sie nicht überhitzt!
Überschlafen Sie erst einmal eine empfangene E-Mail, bevor Sie eine emotionale Antwort schreiben. Wenn Sie
auch danach noch starke Emotionen über die E-Mail haben, markieren Sie diese in Ihrer Antwort mit FLAME ON/OFF.
Zum Beispiel: FLAME ON Diese Argumente lohnen nicht die Bandbreite, die sie brauchen, um gesendet zu werden.
Sie sind unlogisch und wenig begründet. Der Rest der Welt stimmt mir wohl zu. FLAME OFF

20 Vermeiden Sie Sonderzeichen!
Benutzen Sie in Ihren E-Mails keine Sonderzeichen oder Nicht-ASCII-Attachements (Dateianfügungen), wenn Sie
nicht MIME-codiert werden und/oder von Ihrem E-Mail-Programm entsprechend codiert werden. Wenn Sie codierte
E-Mails versenden, stellen Sie sicher, daß der Empfänger diese auch entschlüsseln kann.

21 Vermeiden Sie HTML-Formatierung!
Möglichst vermeiden sollten Sie in Ihren E-Mails auch die HTML-Formatierung. Viele E-Mail-Programme können HTML
überhaupt nicht oder nur sehr eingeschränkt interpretieren. Manche E-Mail-Programme versenden außerdem
voreingestellt eine E-Mail mit Normaltext zusäztlich in einer HTML-formatierten Version. Dies sollten Sie auf jeden Fall
deaktivieren, da solche E-Mails unnötig groß sind.

22 Keep short!
Fassen Sie sich kurz, ohne knapp zu werden. Wenn Sie auf eine Frage antworten, fügen Sie nur soviel
Originalmaterial ein, damit Ihre Antwort verstanden kann, mehr nicht. Es wirkt extrem schlecht, auf eine Frage
zu antworten und dazu einfach nur den kompletten Text der E-Mail anzuhängen, der die Frage enthielt. Arbeiten Sie
alle relevanten Teile heraus und antworten Sie direkt unter jede Frage.

23 Bei Antworten die Fragen nicht weglassen!
Lassen Sie jedoch bei Antworten keinesfalls die Frage weg! Viele Empfänger erhalten pro Tag mehrere Dutzend
E-Mails und archivieren möglicherweise nicht alle E-Mails.

24 Maximal 72 Zeichen pro Zeile!
Pro Zeile sollten Sie maximal nur 72 Zeichen schreiben und jede Zeile mit einem »RETURN« beenden. Richten Sie
ggf. E-Mail-Programme so ein, daß bei ausgehenden E-Mails spätestens in Spalte 72 ein Text automatisch
umgebrochen wird.

25 Schreiben Sie immer eine Betreff-Zeile!
E-Mails sollten immer eine Betreff-Zeile (»Subject«) enthalten, die eindeutig auf den Inhalt der E-Mail deutet.
Ihr Empfänger wird einen eindeutigen Betreff zu schätzen wissen.

26 Seien Sie immer mißtrauisch!
So lange E-Mails nicht hundertprozentig sicher sind, solange werden E-Mails (und news-Beiträge) Ziel von
Fälschungen sein. Prüfen Sie jede E-Mail am Wortlaut, ob sie wirklich vom angegebenen Absender sein kann.

27 Informieren Sie Ihren Absender, wenn die Beantwortung seiner Fragen länger dauert!
Wenn Sie der Meinung sind, daß eine E-Mail besonders wichtig ist, Sie aber für die Beantwortung Zeit benötigen,
so benachrichtigen Sie den Absender, daß Sie seine E-Mail bekommen haben und Sie diese demnächst ausführlich
beantworten werden.

28 Nicht ungefragt Massen-E-Mails verschicken!
Senden Sie keine unangeforderten E-Mails an eine größere Zahl von Empfängern.

29 Keine unverlangte Werbung verschicken!
Die Kosten für die Übertragung von E-Mails werden, wenn man das Internet nüchtern betrachtet, von den Nutzern
getragen, in dem diese Ihre Provider für ihren Internet-Zugang bezahlen und dieser mit diesen Geldern unter
anderem Übertragungswege aufrechterhält. Dieses System unterscheidet sich grundsätzlich von herkömmlichen
Übertragungssystemen, wie z.B. normaler Post, dem Fernsehen oder dem Radio. Jemandem eine E-Mail zu senden,
kostet auch ihn Bandbreite seines Netzes, Datenträgerspeicher oder CPU-Zeit. Dies ist der fundamentale Grund,
wieso unverlangte E-Mail-Werbung im Internet unerwünscht, und in vielen Bereichen auch verboten ist.

30 Fügen Sie nicht unüberlegt Dateien an E-Mails!
Halten Sie immer die Größe Ihrer zu versendenden E-Mail im Auge. Eingefügte Grafiken oder Programme blähen eine
E-Mail so auf, daß sie entweder überhaupt nicht oder nur mit massivem Ressourcenverbrauch übertragen werden
kann. Ein Anhaltspunkt für maximale Dateigröße in E-Mails sind 50 Kilobyte. Erwägen Sie bei größeren Dateien einen
direkten File-Transfer oder stückeln Sie eine große Datei in kleine Häppchen, um diese dann einzeln per E-Mail zu
versenden.

31 Vorsicht vor E-Mail-Schleifen!
Hüten Sie sich vor gefürchteten Weiterleitungs-Schleifen, wenn Ihr E-Mail-System Weiterleitungen erlaubt.
Überzeugen Sie sich, daß Sie keine Weiterleitungen auf verschiedenen Rechnern installiert haben, da ansonsten eine E-Mail an Sie in eine endlose Schleife von einem Computer zum Nächsten und zum Nächsten usw. gerät.